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17.08.2026 | Innung, Klimaschutz & Ressourcen

Allgäuer Holztag 2026: Das Wissen ist da. Jetzt geht es um die Entscheidung

Diskutierten in der Podiumsdiskussion unter anderem über Wirtschaftlichkeit, Förderungen, Zertifizierungen und öffentliche Vergabe (von links): Moderatorin Gesa Zötler, Herbert Singer, ehemaliger Geschäftsführer der Sozialbau Kempten, Landrat Christian Wilhelm, Psychologe und Wirtschaftsingenieur Jürgen Koch und Prof. Dr. Annette Hafner, Ruhr-Universität Bochum

Quelle: Matthias Sienz

Unter dem Motto „Zukunft bauen. Jetzt entscheiden!“ trafen sich beim Allgäuer Holztag 2026 im Kornhaus Kempten Fachleute aus Holzbranche, Bauwirtschaft, Planung, Kommunen und Politik. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie vorhandenes Wissen über die Potenziale des Holzbaus stärker in konkrete Entscheidungen übersetzt werden kann.

Prof. Dr.-Ing. Annette Hafner von der Ruhr-Universität Bochum zeigte auf, welchen Beitrag Holzbau zu Klimaschutz und Ressourcenschonung leisten kann. Holz speichert Kohlenstoff langfristig in Gebäuden und kann emissionsintensive Baustoffe ersetzen. Entscheidend sei dabei nicht, möglichst viel Holz einzusetzen, sondern den Baustoff effizient und passend zur jeweiligen Bauaufgabe zu verwenden. Auch Holzhybridlösungen böten Potenzial.

Besonders im Gebäudebestand sieht Hafner Chancen für den Holzbau: Aufstockungen, Nachverdichtungen und serielle Sanierungen profitieren vom geringen Gewicht und dem hohen Vorfertigungsgrad des Baustoffs. Auf Quartiersebene müssten Materialwahl, Grundstücksvergabe, Stadtplanung und Klimaziele frühzeitig zusammengedacht werden.

Josef Ambros, Obermeister der Zimmerer-Innung Ostallgäu, richtete den Blick auf die regionale Situation. Der Holzbauanteil im Allgäu liege deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig stelle der notwendige Waldumbau die Region vor die Frage, wie das künftig anfallende Holz langfristig genutzt und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden kann.

Damit rückte die Kernfrage des Tages in den Fokus: Wenn das Wissen vorhanden ist, warum fällt es so schwer, daraus Entscheidungen abzuleiten?

Mit dem Thema Entscheidungsfindung beschäftigte sich daher anschließend der Psychologe und Wirtschaftsingenieur Jürgen Koch. Entscheidungen seien immer mit Unsicherheit verbunden. Umso wichtiger seien ein strukturierter Entscheidungsprozess, die Einbindung relevanter Akteure und die konsequente Umsetzung. Sowohl eingefahrene Routinen als auch eine übermäßige Analyse könnten Entscheidungen erschweren.

„Wir wissen inzwischen genau, was Holz leisten kann, und sehen hier im Allgäu, dass wir Holzbau beherrschen“, fasste Hugo Wirthensohn, Vorstand des Holzforum Allgäu, den Tag zusammen. Entscheidend sei nun, dieses Wissen bei Planung, Finanzierung, Ausschreibung und Materialwahl in konkrete Entscheidungen zu übersetzen.

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