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Mehr Effizienz im Baugewerbe

Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungen sollen das Bauen erleichtern.

Es tut sich etwas in der Politik und in der Bauverwaltung. Seit Langem wird ein Abbau der Bürokratie gefordert. Auch auf unseren Innungs- und Bezirksversammlungen ist dies ein Dauerbrenner, über den die Zimmerer gerne und rege diskutieren.

Gleichzeitig ist die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum erklärtes Ziel der Politik Land auf, Land ab.

In den vergangenen Jahren hat sich bereits einiges getan, was davor noch nahezu undenkbar schien. Die Regierungen und Ministerien in Berlin und München haben damit begonnen, durch neue und veränderte Gesetze die Prozesse von der Planung bis zur Schlüsselübergabe zu beschleunigen und zu vereinfachen.

Der Bau-Turbo erlaubt es Kommunen, bis zum Ende des Jahres 2030 bei Wohnbauprojekten ohne Änderung des Bebauungsplans von baurechtlichen Vorschriften abzusehen. Dadurch ist schnelleres und einfacheres Bauen möglich, sodass hoffentlich an vielen Orten zügiger nachverdichtet, aufgestockt und erweitert werden kann.

Auch in Bayern geht vieles in die richtige Richtung. So bringen die Novellierungen der Bayerischen Bauordnung durch die Erweiterung der Liste verfahrensfreier Bauvorhaben und anderer Regelungen beispielsweise viele Erleichterungen für Bauherren und Baubeteiligte. Bei den Ämtern sind Planungsverfahren mittlerweile deutlich kürzer. Vielerorts können Anträge und Änderungen digital eingereicht werden. Auch die Kommunikation läuft über Plattformen im Internet.

Diese Entwicklung registriert auch das bayerische Zimmerer- und Holzbaugewerbe. Auf den vergangenen Mitgliederversammlungen unseres Verbandes wurde diese Entwicklung von unseren Obermeistern, den Fachgruppenleitern und dem Vorstand positiv bewertet.

So weit, so gut. Doch gleichzeitig müssen die neuen Chancen auch genutzt und umgesetzt werden.

Für die Baugenehmigungsbehörden vor Ort ist es natürlich nicht leicht, mit all den Neuerungen und Möglichkeiten, die sich nunmehr bieten, rechtssicher umzugehen. „Was wird aus unserem Stadtbild? Verlieren wir die Kontrolle über die bauliche Entwicklung in unserer Gemeinde?” Wie so oft bei Veränderungen wird es viele Bedenkenträger geben, die zuerst einmal auf die Probleme hinweisen, anstatt zu überlegen, wie man sie beseitigen kann. Das dürften alle aus ihrem persönlichen Umfeld zur Genüge kennen.

Es sind Herausforderungen, denen sich alle am Bau Beteiligten stellen müssen. Gefragt ist eine lösungsorientierte Kommunikation, um gemeinsam neue Wege auszuloten und zu gehen.

Die neue Gesetzeslage bietet die Chance, Bauprojekte schneller und effizienter auf den Weg zu bringen. Somit kann der dringend benötigte Wohnraum für die Bevölkerung einfacher geschaffen und der enorme Siedlungsdruck, gerade in den Ballungsräumen, reduziert werden. Und das ist doch unser aller Ziel! Wir sind jetzt auf einem guten Weg, es zu erreichen. Nun gilt es, ihn weiter zu beschreiten.

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